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Duplicate Content – Warum man gute Web-Arbeit nicht outsourcen kann

Duplicate Content ist für den SEO-Bereich so wichtig, dass es für diesen Begriff sogar eine eigene Defintion auf Wikipedia gibt.

Der Begriff Duplicate Content (engl. für „doppelter Inhalt“) kommt aus der Suchmaschinenoptimierung und bezeichnet gleichen Inhalt auf verschiedenen Webseiten. Dies gilt sowohl für Webseiten der gleichen als auch unterschiedlichen Domains.

Quelle Wikipedia

Das Problem von Duplicate Content besteht darin, dass Google naturgemäß kein Interesse daran hat, mehrere Suchergebnisse anzuzeigen, die exakt den gleichen Inhalt anzeigen. Das wre für den Suchenden ja auch sehr unbefriedigend, wenn er weitere Informationen sucht und stattdessen vielfach exakt den gleichen Sachstand unter unzähligen Suchergebnissen geliefert bekommt.

Google straft Duplicate Content ab

Aus eben diesen Gründen zeigt Google in der Regel keine 2 Webseiten mit dem gleichen Inhalt an. Haben demnach mehrere Seiten die gleichen Inhalte, wird nur eine einzige angezeigt. Für alle anderen war die Mühe vergebens und dies ist noch der günstigste Fall. Ist der Inhalt nicht besonders originär, wird vervielfältigter Inhalt generell schlechter gelistet.

Kopieren lohnt sich nicht.

Hohes Risiko für Urheberrechtsverletzungen

Für denjenigen der kopiert, lohnt es sich also nicht, weil dies in vielen Fällen schadet.
Für denjenigen von dem kopiert wird, entsteht jedoch messbarer Schaden, denn seine Webseite wird schlechter bei Google gelistet oder verschwindet sogar ganz aus dem Index.

Das dies keinen Seitenbetreiber kalt lässt, dürfte auf der Hand liegen. Das Urheberrecht gibt dem Seitenbetreiber eine scharfe Waffe in die Hand und macht einem Kopisten die Tat eventuell sehr unangenehm.

Kopien fallen schnell auf

In der Facebook-Timeline fielen mir zwei Verweise auf Blogs guter Partner unseres Hauses auf:

Blogbeitrag von Rene Schmidtke

Blogbeitrag von Tricon Capital

Neugierig las ich nach und stellte schon beim Überfliegen fest, dass der Text nahezu identisch war. Hatte sich hier ein Kollege beim anderen bedient?

Auch ehrliche Kopien sind schlechte Kopien

Natürlich habe ich beide Kollegen informiert mit der Bitte dies – wie es unter blau direkt-Partnern  üblich ist – kooperativ untereinander zu klären.

Es zeigte sich: Beide Kollegen hatten seriös gehandelt und den Text bei einem Content-Lieferanten gekauft. Der „Versicherungsbote“  liefert solche Texte zu günstigen Preisen an Makler aus. Das kann tatsächlich eine hervorragende Möglichkeit sein, um hochwertige Texte nicht selbst erstellen zu müssen und sich den Inhalt für Newsletter oder Kundenzeitungen preiswert liefern zu lassen. An sich haben sich also beide Kollegen als sehr clever erwiesen.

Nur für den Einsatz in Blogs oder auf Webseiten ist dies  trotzdem kontraproduktiv.Google straft diese Blogseiten aus den beschriebenen Gründen dennoch mit Nichtbeachtung.

Kopien sind einfach zu finden

Hätte es sich um Urheberrechtsverletzungen gehandelt, wären beide Kollegen schnell aufgeflogen. Es ist natürlich ein Zufall, dass ich mit beiden Partnern auf Facebook befreundet bin und noch dazu beide Einträge gelesen habe. Wie schnell eine Kopie aber auffliegt, zeige ich ebenfalls gern:

Neugierig geworden, wer den gekauften Text noch einsetzt, habe ich mich des Services auf www.copyscape.com bedient und weitere Makler finden sich im Raster:

Silvio Gatzsche

VAIRS GmbH – Finanz- & Versicherungsmakler

VSL – Jürgen Link

Swen Löffelholz

Auch hier laufen Blogs und Homepages ins Leere.

Nur eigene Arbeit lohnt

Ohne viel Phantasie können Sie sich vorstellen: Je häufiger eine Kopie auftaucht, desto beliebiger ist der Text aus Sicht von Google.

Sie kommen nicht darum herum, eigenen Content zu produzieren. Sie können diese Arbeit  nicht outsourcen.

Zwar können Sie sich die Idee von einem Dritten liefern lassen, müssen dann aber massiv umformulieren. Anderenfalls geben Sie noch Geld aus, um die Wirkung Ihres Blogs oder Ihrer Homepage bei Google zu schädigen.

Schützen Sie sich vor Kopierern

Ein Nebenfazit, dass man ziehen kann ist aber auch: Schützen Sie sich vor Kopierern.

Ab und an mal zu kontrollieren, ob irgendwer sich Ihrer wertigsten Inhalte bedient hat, kann sicher nicht schaden. Das Problem ist ja weniger der geistige Diebstahl, als der Schaden, den der Kopist ungewollt auch Ihrer Homepagewirkung zufügt.

Mit www.copyscape.com finden Sie entsprechende Schlawiner schnell.

Übrigens: Man muss dann nicht immer gleich klagen. vielleicht sprechen Sie den Kollegen einfach höflich an und verweisen ihn auf diesen Blogbeitrag?

 

9 Kommentare zu “Duplicate Content – Warum man gute Web-Arbeit nicht outsourcen kann

  1. Dieser Beitrag war lange überfällig 🙂 Ich befürchte allerdings, dass dem „Dieb“ die Nachteile für den Urheber egal sind, in der Hoffnung auf das ein oder andere Such-Ergebnis.

    Da Blogs und inhaltsreiche Internetseiten auch bei Finanzdienstleistern zunehmen werden, bin ich gespannt, wie sich das entwickelt.

    Interessant wäre auch, zu erfahren, ob es sich für lokal optimierte Seiten wirklich negativ auswirkt, wenn drei Leute aus München, Frankfurt und Köln bei einem Urheber in Hamburg klauen.

    Idee?

    – Hans Steup, Berlin

  2. Hallo Herr Pradetto,
    sehr interessanter Blog… wir als Makler sind manchmal auf externen Helfer angewiesen,.. aber, wie immer-Vertrauen ist gut, Kontrolle-besser!
    Gute Texte bestelle ich lieber beim Content.dingsbums..
    Liebe Grüße aus docmentastadt Kassel!
    S.Smajic

  3. Hallo Herr Pradetto,

    Mir ist leider gerade ein solcher „Klau“ passiert. Eine meiner seiten wurde zu rund 60% einfach kopiert. Ist mir über google alerts aufgefallen. Ich habe den „Kollegen“ (kein blau direkt Partner) angesprochen, bisher leider mit wenig Erfolg. Haben Sie einen Rat, wo ich mich zu weiteren Schritten informieren kann?

  4. Ist es nicht so, daß Google bei Double-Content den zuerst gefundenen Inhalte den Vorzug gibt? Und später gefundene Imitate einfach ignoriert werden. Aus Google-Sicht also für den ursprünglichen Autor kein Schaden entsteht.

  5. @Hans Steup Der Negativeffekt tritt grundsätzlich auch bei lokal optimierten Seiten auf. Die ganze Sache ist aber nur ein Teil des Algorhitmus. Der Effekt kann demnach durch den Erfolg einer guten Lokalisierung überdeckt werden.
    Man wird also prozentual quasi zurückgestuft, weil man aber immer noch besser ist als andere fällt es einem nicht auf.
    Grundsätzlich gilt: Besser was eigenes.

    @Michael Freund: Nein, Google kann nicht mit Sicherheit feststellen, wer das Original geliefert hat und entscheidet auch nicht so plump einfach den ersten Treffer zu nehmen.

    @Marco Barreto Bittner

    Wenn sich der Gang zum Anwalt nicht mehr verhindern lässt, kenne ich einen Spezialisten, der genau auf diese Thematik ausgerichtet ist. Vorher würde ich jedoch einen anderen Weg versuchen: Den Schlichtungsausschuss der Kammern. Meißtens wirkt das schon mächtig einschüchternd auf den „Kollegen“ und die können das ganz gut klar machen, das es da rechtlich eindeutige Indikationen gibt. Das ganze trägt weniger Kostenrisiko, ist oft schneller und immer noch freundlicher. Außerdem: Irgendwofür muss der Kammerbeitrag ja auch da sein. 😉

  6. @ Hans: Danke für den Hinweis. Der Link hilft mir sehr, hat mit dem hier beschriebenen Problem allerdings nicht viel zu tun. Wenn ich den Beitrag richtig lese, geht es eher darum eigene Seiten so zu strukturieren, dass Google das Original gut findet.

    Ich kann aber schlecht einen HTML-Tag auf der Seite des Kollegen unterbringen ;D.

  7. @Marco: … aber auf Deiner Seite 🙂 vor allem bei zukünftigen Texten.

    PS: Ich würde an Deiner Stelle übrigens außer Deinem netten Hinweis nichts machen und es als Lob ansehen, dass der Kollege bei Dir geklaut hat und nicht woanders 🙂 Das kommt leider immer wieder vor und … pssst, erzähl es nicht weiter, … wir lassen uns doch alle gerne mal … inspirieren, oder 🙂 ?

    Anders wäre es, wenn jemand im großen Stil klaut und womöglich noch wörtlich kopiert.

    Zum Thema (Un-) Copyright gibt es auch diese Ansicht:
    http://zenhabits.net/open-source-blogging-feel-free-to-steal-my-content

    – Hans Steup, Berlin

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