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Frauenquote – ein Chauvinist sagt, was er davon hält

Fühlen sich Frauen jetzt eigentlich wie eine Flasche Schnaps?

Auch für den wird ja per Quote geregelt, wieviel es beim Autofahren sein muss bzw. darf.
Für Frauen soll jetzt also eine Quote kommen, damit Frauen per Dekret in Führungspositionen geschoben werden. Hmmm.

Entwertet die Quotenfrau das Verdienst derer, die es aus eigener Kraft in Führungspositionen geschafft haben? Sind Frauen in Führungspositionen künftig schlechter angesehen, weil ja jeder annimmt, sie säßen da nur der gesetzlichen Anforderungen wegen?

Überhaupt: Wenn es um Benachteiligung geht, dann müssen wir vielleicht ein wenig konsequenter sein?
Studien belegen, dass blonde Menschen gegenüber Dunkelhaarigen bevorzugt werden. Auch hier finden sich prozentual wesentlich mehr Blondhaarige in DAX-Vorständen, als dies der Fall sein dürfte.
Mehr noch: Auch großgewachsene Menschen werden Studien gemäß eindeutig für kompetenter und durchsetzungsfähiger gehalten und auch dies sieht man in den Führungsetage der Wirtschaft.

Müssen wir da nicht konsequenterweise auch Quoten für schwarzhaarige Kleinwüchsige durchsetzen?

Also ich habe ja schwarze Haare und mit meinen 1,83 m bin ich durchaus jedem ab 1,90 aufwärts unterlegen.
Möchte ich deswegen zum Quotenmann degradiert werden?

Ich für meinen Teil wäre beleidigt, wenn mich jemand zu einem Quotenfall erklären würde. Von einem Macher würde ich über Nacht zu jemandem der der staatlichen Fürsorge bedürfte. Nein danke!

Und dies bringt uns zurück zu der Frage, warum um aller Welt gerade Frauen nun eine Quote für sich wollen.

blau direkt – Quotenmäßig läuft was schief

Um es gleich vorweg zu sagen: Alle momentan diskutierten Quoten lassen uns ziemlich kalt. Unter den 11 Führungspositionen bei blau direkt finden sich aktuell 6 Frauen und (nur) 5 Männer.
Was diese DAX-Thematik angeht, dass unter 100 Führungspositionen nur 2 Frauen seien. Hmmm. Da läuft bei uns wohl was schief.

Gäbe es noch mehr Frauen die für Führungsaufgaben in Frage kämen. Ich nähme diese mit Kußhand.
Frauen sind empathischer, stellen eigene Interessen schneller hinter den Firmenzielen zurück, können Männer in unserer männlich dominierten Welt leichter um den Finger wickeln, arbeiten organisiert, effizient und gerade in Tagesroutinen erheblich genauer.

Jede Firma die auf weibliche Führungskräfte verzichtet, beschneidet sich selbst um ein enormes Potential.

Frauen sind die besseren Chefs

Als ich selbst noch aufstrebender, karrieregeiler Angestellter war, hatte ich oft Frauen als Vorgesetzte.
Ich bin damit immer bestens klar gekommen. Bei Männern ist es mir oft passiert, dass ich in herrischem Befehlston unsinnige Anweisungen bekam. Ob etwas unsinnig war oder nicht, es musste dann ausgeführt werden. Mit männlichen Chefs hatte ich dementsprechend oft Konflikte.

Bei Frauen war das nie der Fall. Sie baten mich höflich um die Erledigung der Aufgaben, gaben mir Verantwortung, appellierten an meine männlichen Beschützerinstinkte, hörten sich offen Verbesserungsvorschläge an. Mit anderen Worten: Frauen kennen keinen falschen Stolz, sondern nutzen die bessere Lösung auch, wenn diese von einem Untergebenen kommt.

Meine weiblichen Chefs stachelten mich oft an und kitzelten erheblich mehr Leistung aus mir heraus. Bis heute bin ich der festen Überzeugung, dass diese Chefs die eindeutig besten waren, die ich haben durfte.

Komm schon. Du willst es doch auch!

Ich erinnere mich gut, wie ich als 22jähriger Filialleiter im Einzelhandel eine junge talentierte Verkäuferin unter die Fittiche nahm. Sie machte Sie schnell zur stellvertretenden Fillialleiterin und ich bin überzeugt, Sie hätte eine großartige Karriere vor sich gehabt. Stattdessen entschied Sie sich dafür zu Hause zu bleiben, um Ihrem Mann Karriere zu ermöglichen.

An sich nichts schlimmes. Doch was war der holde Gatte? Ein aufstrebender junger Manager vielleicht?
Fehlanzeige! Ein blödsinniger unbegabter Kfz-Mechaniker ohne Aussichten. Er verdiente bereits ein Drittel weniger als meine stellvertretende Filialleiterin und während Sie rosige Aussichten hatte, hatte er gar keine.

So ist das eben: Die meisten Frauen wollen Karriere, so lange bis die innere Babyuhr tickt. Dann werfen Sie alles hin, damit Ihr Versager-Ehemann weiter Taxi fahren oder Beton auf Baustellen ausgießen kann.

Hey! Das muss nichts schlechtes sein. Wahrlich. Es gibt wichtigeres als Karriere um jeden Preis. Wir tumben Männer begreifen das meistens erst, wenn der erste Bypass gelegt ist und wir die besten Jahre unserer Kinder verpasst haben. Das Leben neigt sich schon dem Ende zu und wir stellen fest, dass wir es gegen eine coolen Titel auf der Visitenkarte getauscht haben.
Nicht sehr clever.

Frauen sind da durchaus schlauer. Sie kümmern sich um Partnerschaft, Familie, Kinder und das eigene Nest. Sie zahlen dafür einen geringen Preis: Karriere.

Wer Firmen eine Quote vorschreiben will, der wird nicht drum herum kommen, Frauen vorzuschreiben, wie diese ihr leben zu führen haben.

Denn Firmen brauchen diese Deppen, die für Arbeit und Karriere alles machen. Ich kann keinen DAX-Vorstand besetzen bei dem der Vorstandsvorsitzende nächste Woche doch entscheidet lieber erst mal das Kinderzimmer neu zu tapezieren, statt den Milliardendeal mit den Indern einzutüten.

Nein. Derjenige der in einer Führungsposition sitzen will, der muss das auch mit allen Konsequenzen wollen.
Das ist es, woran es bei den Frauen hakt. Es dieser letzte unbedingte Wille zur Macht. Das ist keine Ungerechtigkeit, das ist beneidenswert.

Frauen sind selbst schuld

Eines muss auch mal deutlich gesagt werden: Als Kommanditist von blau direkt werde ich sehr regelmäßig und oft von Männern nach Gehaltserhöhungen oder Karriereperspektiven gefragt. Von Frauen so gut wie nie.

Ich schätze die bei uns beschäftigten weiblichen Mitarbeiter und Führungskräfte so sehr, dass ich wirklich niemanden verlieren möchte.  Deswegen achte ich peinlichst genau darauf, Männer und Frauen möglichst gleich zu behandeln und nach ihrer individuellen Leistung zu vergüten. Für eine gutes Betriebsklima ist Lohngerechtigkeit auf Dauer unverzichtbar. Ich hoffe sehr, dass mir das ganz gut gelingt.

Aber ganz ehrlich: Es wäre so leicht, Geld dadurch zu sparen, Frauen einfach einen Tick schlechter zu bezahlen und ist es nicht Sinn eines Unternehmens die Gewinne zu maximieren?

Auf lange Sicht gesehen halte ich das nicht für clever, aber man kann es einem Unternehmer auch nicht vorwerfen, wenn er versucht Kosten zu minimieren.

Wer keine Gehaltsforderungen aufstellt, bekommt Sie auch nicht erfüllt. Wer mit weniger zufrieden ist, warum sollte der mehr bekommen – egal ob es Gehalt oder Position angeht?

Wer aus diesen Gründen eine Frauenquote einführt, der muss auch eine Quote für männliche Weicheier einführen und dies weckt einen Verdacht:

Kann es sein, dass wenn eine Frau um den Friedens willen (oder aus welchem Grund auch immer) weniger für sich fordert, dass Sie sich im Zweifel auch mit „weniger“ für das eigene Unternehmen zufrieden gibt? Könnte es sein, dass Frauen in Verhandlungen generell ein wenig zu harmoniebedürftig sind und so dem Unternehmen schlechtere Verhandlungsergebnisse bescheren?

Um es klar zu sagen: Ich glaube nicht das dies so ist.  Ich habe schon oft beobachten können, dass Frauen ebenso verbissen aber gleichzeitig einfühlsamer verhandeln. Die Durchsetzungsschwäche von Frauen tritt im wesentlichen dort zu Tage wo es unmittelbar um die Eigeninteressen geht.

So aber wie eine Frau für Ihr Kind bis zum letzten kämpft, tut Sie dies generell für die Ihren und das ist im Wirtschaftsleben dann eben auch das eigene Unternehmen.

Am Ende des Tages bleibt aber die Erkenntnis: Wenn Frauen bei ihren eigenen Interessen zurückstecken, dann müssen sie selbst auch die Folgen tragen. Das kann man nicht mit Quoten regulieren.

Psst. Frauen werden schwanger

Und  hier kommt sie die Chauvie-Nummer. Hier wird entlarvt, dass wir Unternehmer Frauen eben doch noch als Menschen zweiter Klasse behandeln.

Sprechen wir es aus: Frauen sind bei ansonsten gleicher Eignung immer unsere zweite Wahl, weil sie schwanger werden.

Also doch! Die bösen Unternehmer benachteiligen die armen Frauen.

Natürlich sollten Frauen nicht dafür bestraft werden, dass Sie diejenigen sind, die die Last tragen die Kinder gebähren zu müssen. Unsere Gesellschaft braucht Nachwuchs und es muss in unser aller Interesse sein, dass Frauen Kinder bekommen können ohne dafür benachteiligt zu werden. Hier sind wir völlig einer Meinung. Auch Unternehmer sind keine Neandertaler mehr und haben das verstanden.

Nur was geht mich das an? Meine Aufgabe als Unternehmer ist es nicht, irgendwelche gesamtgesellschaftlichen Ziele zu verfolgen. Ich muss ein Unternehmen erfolgreich machen. Kosten runter, Gewinne rauf.

Dafür brauche ich zuverlässiges Personal. Wenn ich über Jahre eine Führunsgkraft aufbaue und die dann eines morgens reinkommt und mir erklärt, dass sie jetzt erstmal 15 Jahre lang Kinder großziehen will, dann ist dies ein Nachteil für mein Unternehmen. Wenn ich Nachteile vermeiden kann, dann tue ich das. So einfach ist das.

Arbeitskraft ist eine Ware und die hat ihren Preis. Wenn eine Ware mit einem höherem Risiko behaftet ist, erzielt diese einen geringeren Preis. Das ist Marktwirtschaft und es macht überhaupt keinen Sinn, Unternehmen vorzuschreiben, dass diese schlechtere Arbeitskraft einkaufen müssen.

Ich fände es auch gut, wenn Schwangerschaft und Erziehung für Frauen kein beruflicher Nachteil wären. Nur ist es nicht meine Aufgabe als Unternehmer dafür Sorge zu tragen. Dies ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die wir alle zusammen leisten müssen. Tatsächlich bleibt die Lohnfortzahlung während der Schwangerschaftsschutzzeiten aber an mir kleben. So sehr kann der Gesellschaft als ganzes dann wohl nicht daran gelegen sein, diesen Nachteil für Frauen zu beseitigen, oder? Stattdessen bürstet Sie den Schutz von Frauen auch noch auf Unternehmen ab und benachteiligt Frauen dadurch zusätzlich.

Es kann nicht sein, dass wir alle etwas wollen, uns dann aber den dummen Unternehmer heraussuchen, damit er das allein bezahlt. Wenn wir wollen, dass Frauen -trotz Schwangerschaftsrisiko gleich bezahlt werden –  dann müssen wir da gemeinschaftlich für Sorge tragen.

Das es mal vernünftige Kinderhorst in ausreichender Zahl gäbe und Ganztagsschulen bei denen die Schule nicht nach dem Zufallsprinzip  die Kinder mitten am Tag wegen Schulausfall nach Hause schickt. Das wäre ja mal ein Anfang.

So lange der Staat dazu aber nicht bereit ist, soll er mir doch bitte nicht vorschreiben wollen, ob ich Schwangerschaft als Nachteil sehe. Schwangerschaft ist ein Nachteil.  Frauen sind – bei gleichem Lohn – teurer als Männer. Das habe ich mir als Unternehmer nicht ausgedacht, deswegen ist es auch unangemessen, sich zu empören, wenn wir Unternehmer das aussprechen.

Wo ist Ihr Vorbild Frau Merkel?

Unsere Regierung hätte vieles tun können, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bewegen.

Angela Merkel hätte als leuchtendes Vorbild Deutschland eine neue Vision geben können. Das Land voller Führungskraft -auch gegen Widerstände – in eine neue Zukunft führen können.

Stattdessen: Widerständen wird ausgewichen. Konsenz statt Konsequenz. Machtgekunkel. Visionslosigkeit. Bürokratie-Ekstase.

Also wenn das Frauen in Führungspositionen sind, dann will ich sie nicht.

Glücklicherweise sind echte Führungsfrauen weitaus besser.

Wollen wir wirklich genauso viel Frauen in der Führung?

In den 80iger Jahren wurde mal darüber diskutiert, ob Frauen nicht der Gerechtigkeit halber auch zur Wehrpflicht eingezogen werden müssten. Ein Argument dass ich sehr stark und überzeugend finde. Das gewichtigste Gegenargument kam damals aus der Friedensbewegung und lautete: „Wollen wir wirklich eine noch stärker militarisierte Gesellschaft?“

Dem Argument liegt zu Grunde, dass eine Veränderung der Verhältnisse nicht nur Folgen für den einzelnen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft hat.

Allzu schlecht können unsere Führungspositionen nicht besetzt sein. Immerhin ist Deutschland Exportweltmeister und eines der reichsten Länder der Welt.  Wenn wir also etwas an der Besetzung der Führungspositionen ändern, wird es entweder schlechter oder aber die Frauen in diesen Führungspositionen agierten genauso wie die Männer bisher. Das würde bedeuten, dass unsere Frauen sich verändern müssten.  Vielleicht Ihr Harmoniebedürfnis zurückstellen? Alles für die Karriere opfern? Intrigenspielchen perfektionieren?

Wollen wir wirklich eine rein wirtschaftliche Gesellschaft sein in der alle Mitglieder – neben Männern eben auch Frauen – alles dem Beruf unterordnen? Wollen wir wirklich die perfekte globalisierte Weltwirtschaftsmaschine aus unserem Land machen? Ist das die Gesellschaft in der wir leben wollen?

Das absolute Top-Argument gegen die Quote

Wir brauchen die Quote, um Frauen zu ermöglichen ebenso leicht in Führungspositionen zu kommen?

Ganz ehrlich: Vergleichen Sie mal die Fähigkeiten von Männern mit denen von Frauen.

Frauen sind in vielfacher Hinsicht Männern überlegen. Das einzige was uns Männer (gewissermaßen) an der Macht hält, ist unser Dominanzstreben.

Wenn Frauen wirklich unsere Führungspositionen wollten, glaubt irgendwer im Ernst, das die uns nicht einfach wegfegen könnten?

4 Kommentare zu “Frauenquote – ein Chauvinist sagt, was er davon hält

  1. Hallo Herr Pradetto,

    toller Beitrag, würde ich sofort unterschreiben!

    Ihre Erfahrungen mit Frauen in Führungspositionen deckt sich mit meinen und ja, wöllten die Frauen unsere Position, dann hätten wir keine Chance. Das ist so! Ich würde nur in einem widersprechen, ich glaube, der Anteil der harmoniesüchtigen Frauen, die lieber auf den eigenen Vorteil verzichten ist immer noch größer als bei den Männer, aber der Abstand wird kleiner. Ziehen wir uns schon mal warm an ;-).

    LG Frank Schindler

  2. Ich bin für das Prinzip der Eignung. Wer am besten für einen Job geeignet ist, der oder die sollte die Arbeit ausüben. Eine Quote, eine per Gesetz geregelte Positionsbesetzung mindert eher die Akzeptanz der dann „zwangsintegrierten“ neuen Mitarbeiterin. Allerdings sollte die Frauenquote, im Zuge der Gleichberechtigung, auch eine Männerquote nach sich ziehen. Dann müssen im Gegenzug auch Frauenjobs quotengeregelt von Männer ausgeübt werden „müssen“.

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