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Politik und Business sollte man trennen…

Politik und Business sollte man trennen…

…oder?

In den letzten Tagen habe ich über unseren Twitter-Account immer mal wieder auch politische Themen angeschnitten. Im konkreten Fall zu  den Vorgängen um Wikileaks oder Stuttgart21.

Ich habe dabei ein ungutes Gefühl, denn im Grunde bin ich der Meinung, dass Politik und Business nicht vermengt werden sollten.
Wenn ich in einen Supermarkt gehe, kaufe ich Bananen für 1,99 Euro das Kilo, weil sie schmecken, günstig und gesund sind. Ich kaufe Sie nicht weil Sie gelb sind und dies irgendeine Partei symbolisiert.

Politisch mag Menschen einiges trennen. Doch das sollte uns nicht im täglichen Miteinander trennen. Im Sportverein, in der Familie und auch im beruflichen Miteinander sind es andere Dinge, die darüber entscheiden sollten, ob wir zueinander finden oder nicht. Es geht darum in bestimmten Bereichen unseres Lebens optimal zu kooperieren – zum Vorteil aller.
Würden wir unsere Religion, Politik oder Weltanschauung in allen Bereichen unseres Lebens vor uns hertragen, wir wären unsympathische, halsstarrige Besserwisser. Schnell würde sich jeder in einem „Klein-Klein“ separieren. Dialoge würden erschwert.
Keinem nutzt das.

In der Wirtschaft kooperieren wir um gegenseitig Vorteile für uns, unsere Familien, Mitarbeiter und Kunden zu erzielen.
In der Politik wollen wir Meinungen aufeinander prallen lassen und unseren Weltanschauung durchsetzen.
Politik und Wirtschaft gehen daher nicht zusammen.

Kann das ein universell gültiger Grundsatz sein?

Wenn ein Warenhaus Teppiche verkauft, die von ausgebeuteten Kinder aus Indien geknüpft wurden, ist das dann nur eine wirtschaftliche Entscheidung?
Wenn eine Bank Milliarden verspekuliert, andere Wirtschaftsteilnehmer mit sich in den Schlund zieht und letztlich Steuermillionen zur Rettung ausgegeben werden, kann man dann von einer rein wirtschaftlichen Betrachtung sprechen?
Wenn ein Betrieb ohne Rücksicht auf die Umwelt billig Tropenwälder abholzt und sich so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber denjenigen verschafft, die nachhaltige Waldwirtschaft fördern, sollten wir dann trotzdem nur nach wirtschaftlichen Kriterien entscheiden, wo wir kaufen?

Mit der rücksichtslosen Ausbeutung von Mensch und Natur lassen sich Wettbewerbsworteile erzielen. Rechtfertigt die Trennung von Politik und Wirtschaft solcherlei Verhalten?

Manager und Unternehmer leben nicht in einem Vakuum. Wir leben in und für Familien, Dorfgemeinschaften, Vereine, Freundschaften. Wir können und müssen erwarten, dass jeder Mensch diesbezüglich in seinem täglichen Handeln ein wenig Anstand und Moral zeigt.

Wo liegt die Grenze?

Wenn es um konkrete politische Fragen geht, die für das direkt wirtschaftliche Umfeld einer Firma keine Konsequenzen haben, ist man sicherlich gut beraten, Zurückhaltung zu üben.
Niemand möchte mit einer Firma zusammenarbeiten, die einem vorschreiben will, was man zu denken hat.

Aber können, sollten, müssen oder dürfen wir Schweigen, wenn elementare Werte unserer Gemeinschaft in Gefahr sind?
Sollten wir nicht auch im wirtschaftlichen Leben beispielsweise Menschenrechte, Mitbestimmung, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit schützen und verteidigen?

Stuttgart 21

Ob Stuttgarts Bahnhof über oder unter der Erde liegt ist eine Angelegenheit der Menschen in Stuttgart.

Es hat mich jedoch schockiert zu sehen, wie friedlich demonstrierende Schüler und Rentner durch die Staatsmacht bedroht und verprügelt wurden. Das sind Bilder die man sonst eher aus China oder Russland erwartet.
Bis heute hat es dafür keine Entschuldigung aus Politik oder Polizei gegeben.

Man kann für oder gegen Stuttgart21 sein. Es kann aber sicherlich nicht schaden, jetzt etwas genauer hinzuschauen, wie unsere Regierung mit uns – dem Volk – weiter umzugehen gedenkt.

Wikileaks

1989 forderte Khomeni dazu auf einen andersdenkenden Schriftsteller zu ermorden.
Heute fordern prominente Politiker offen und wörtlich die Ermordung von Julian Assange und die Verfolgung von Wikileaks als terroristische Organisation.

Wie immer man die Arbeit von Wikileaks auch beurteilt. Jemanden ermorden zu wollen der sich für Transparenz, Meinungs-& Pressefreiheit einsetzt, stellt unsere „westliche Wertegemeinschaft“ auf eine Stufe mit den schlimmsten Diktaturen in der Welt.

Geht es Ihnen nicht auch so?

Unsere Politik entfernt sich zunehmend von uns. Immer öfter bin ich einfach nur noch entsetzt und schockiert, wenn ich wahrnehme wie schamlos man über Mehrheitsmeinungen hinweg geht und uns zu diesem Zwecke belügt und täuscht. Regelmäßig fallen neue Grenzen des Anstands.
Ich fühle mich als Bürger unendlich machtlos.

Wenn wir nicht wegschauen. Wenn wir uns erinnern. Wenn wir sagen was wir empfinden und was uns bewegt. Dann sind wir nicht machtlos.
Viele fühlen und empfinden genau wie wir.

Wirtschaft und Politik gehören sicherlich getrennt. Werte und Menschlichkeit hingegen nicht.  Dort wo Menschen zusammenkommen, müssen gemeinsame Werte den Kompass bilden  – auch in der Wirtschaft.

38 Kommentare zu “Politik und Business sollte man trennen…

  1. Hier bin voll und ganz bei dem Schreiber des Beitrages.

    Gerade die relative Machtlosigkeit habe ich in den vergangenen Jahren immer öfter verspürt und mich gefragt: „Wozu aufregen, hat eh keinen Sinn!“

    Ich denke aber, dass sich gerade in jüngster Zeit hier ein Wandel abzuzeichnen scheint. Das sich eine neue Basis in der Bevölkerung bildet, die sich genau diese Entmündigung durch unsere Politiker nicht mehr gefallen lässt. Und ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass die Organisation dieses Widerstandes im Internet seine Wurzeln hat, ganz konkret im Web 2.0. Und was wir hier mit diesen Beiträgen machen ist ja auch nichts anderes.

    Vielleicht hat es in den letzten Jahren nur an den Möglichkeiten gemangelt seine Gedanken so auszutauschen, Gleichgesinnte zu finden und zu der Überzeugung zu gelangen, dass es doch Sinn macht sich in irgend einer Form zu engagieren!

  2. Warum eigentlich? Warum eigentlich Politik und Business trennen? Angst vor Umsatzverlusten und/oder Ausgrenzung, weil wir vielleicht eine andere Auffassung von Politik oder Ähnlichem vertreten?

    Geht es nicht vielmehr um die Toleranz im Umgang mit unterschiedlichen Meinungen?

    Meinungen zu respektieren, auch dann, wenn diese nicht der Eigenen entsprechen, gehört zu meinem Grundverständnis einer Demokratie und der damit verbundenen Meinungsfreiheit. Ich vermisse hierbei allerdings desöfteren das Maß an Toleranz, welches hierfür notwendig ist.

    Man kann über Herrn Assange denken wie man will. Erschreckend empfinde ich, wie insbesondere von staatlicher Seite Meinungen gezielt beinflusst werden.

    Beispiel Vergewaltigungsvorwurf: In den öffentlich rechtlichen Nachrichten wird von Vergewaltigung gesprochen. Sofern ich richtig informiert bin handelt es sich bei diesem Vorwurf nicht um eine Vergewaltigung, wie wir sie im Allgemeinen verstehen. Hier geht es offensichtlich eher um einen Streit zwischen einvernehmlichem Sex mit oder ohne Kondom. Zumindest lautet so der eigentliche Vorwurf.

    In den Nachrichten hingegen wird ausschließlich von Vergewaltigung gesprochen. Und wenn das so richtig sein sollte, dann ist offensichtlich, dass es hier nur um einen Vorwand zur Festsetzung von Herrn Assange geht.

    Nur eines von vielen Beispielen der Beeinflussung durch Medien. Das ist aus meiner Sicht nicht OK. Was also tun?

    Wenn wir nicht den Mut haben unsere eigene Meinung kund zu tun, wenn es uns nicht gelingt ein gewisses Maß an Toleranz für andere Meinungen aufzubringen, laufen wir grosse Gefahr, nur noch zu Mitläufern zu werden.

    Es ist sicher nicht der einfache Weg, seine Meinung immer offen zu äußern!

    Auf der anderen Seite: Respekt verdient und bekommt, wer seine Meinung offen äussert und dabei andere Meinungen tolerieren kann. Das hat nichts mit Besserwisserei zu tun!

  3. Der Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Ich bin 1995 nach 24,5 Jahren Mitgliedschaft aus der SPD ausgetreten. Ich wollte nicht für 25 Jahre pünktliche Beitragszahlung geehrt werden. Die SPD ist nicht mehr die Partei der Arbeitnehmer und des Volkes. Die Wahlergebnisse beweisen es ja. Die politische Führung verlangt Fraktionszwang, der durch kein Grundgesetz gedeckt ist. Ich wohne in einem kleinen Ort (400 Einwohner), wo die SPD nach wie vor dominierend ist. Man grüßt und respektiert sich gegenseitig. Aber kein Funktionär ist Kunde bei mir. Entweder lässt man sich zugunsten des Geschäftes politisch verbiegen oder man steht zu seiner Meinung – mit allen Konsequenzen. Für mich gilt das Letztere. Übrigens ist die Schweiz in vielen Dingen mein Vorbildland.

  4. Ich habe meine Konten bei AMAZON und PayPal gekündigt. Bei der Begründung habe ich auf den Umgang dieser Firmen mit WIKILEAS hingewiesen. Das war keine wirtschaftliche, sondern eine politische Entscheidung. Sowohl von AMAZON und PayPal, als auch von mir. Lenin hatte in meinen Augen recht:“Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse“. Die herrschende Klasse sind die Bänker, Ölfirmen, Chemiekonzerne, Rohstoffunternehmen… In deren Auftrag handeln die Politiker und führen Krieg um Rohstoffe und Einflusszonen. Lobbypolitik findet auch in Deutschland statt(Mövenpick-Partei, Laufzeitverlängerung von AKW). Die Beispiele kennt jeder.
    Es ist gut, wenn Unternehmern (wie alle Bürgern) Begriffe wie Moral, Anstand oder Verantwortung wichtig sind. Auch wenn meine Möglichkeiten begrenzt sind, die Wirkung meiner Peditionen, Teilname an Demonstrationen oder die Kündigung von Konten nur als ein Mückenpiss im Haff erscheinen, nichts zu tun geht auch nicht.

    Herr Kohrt: Es ist sicher nicht der einfache Weg, seine Meinung immer offen zu äußern!

    Warum nicht? Das haben wir 89 gelernt und noch nicht wieder vergessen. Seit Stasi-Chef Mielke vor der Volkskammer der DDR gejammert hat: „Ich liebe euch doch alle“, wissen wir, was für kleine dumme Wichte die Politiker sind. Man muss nur richtig hinschauen und sie etwas unter Druck setzen.
    Leseempfehlung:
    Dieter Hildebrandt + Roger Willemsen
    »Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!«
    Die Weltgeschichte der Lüge

  5. Hat mir gut gefallen, der Beitrag. Zunehmend ist wirklich zu beobachten, wie die Dinge immer verrücktere Ausmasse annehmen. Die Leute in den politischen Schaltzentralen sind geistig so weit weg vom Volk, das es einem graut. Und das allerschlimmste ist, das, wenn Sie Fehler begehen, für 3 Jahre in der Versenkung verschwinden um dann als Minister, Parteivorsitzender oder sonst in einem privilegierten Posten wieder aufzutauchen und wieder eine grosse Klappe riskieren, egal welcher politischen Coleur. Gabriel mit der Bonusmeilenaffäre, Ötztürk ebenso, Schäuble mit CSU Spendenskandal, egal wo man hinschaut, keinen Anstand mehr im Leib. Und wenn dann hier nichts mehr zu holen ist, verschiebt man diese Könner ins Europaparlament, wo Sie den nächsten Unfug für die Weichenstellung eines einigen Europa anzetteln, mit Gesetzen, die festlegen, wie die Biegung einer Banane sein muss.
    Solche Dinge sind von entscheidender Bedeutung und müssen geregelt werden:-) Schauen wir weiter, wie lange es noch dauert, bis sich unsereins auch dazu hinreissen lässt, gegen den ganzen Laden zu protestieren. Ach, und jetzt noch was unpolitisches: Der Spritpreis ist auch wieder bei 1,50 € !

  6. Da bin ich voll bei Ihnen: Man kann nicht alles trennen und es ist wichtig, gerade die Entwicklungen der letzten Zeit aufmerksam zu betrachten. Das macht allerdings immer weniger Spaß. Wir werden jeder für sich entscheiden müssen, wo unser Punkt ist, selbst zu handeln, sich zu Wort zu melden etc..
    Wer meint, er ist unpolitisch, der ist es gerade nicht. Solche Leute brauchen die Regierenden, um sich zu legitimieren.
    Das ist mit einer der Gründe, warum ich mich engagiere…
    Ihre Mitteilung bestärkt mich in der Zusammenarbeit mit bd!

  7. Sie zeigen Mut mit Ihrem Beitrag – ich zieh den Hut, Respekt!
    Hier wird sicherlich der ein oder andere Kollege die Nase rümpfen und trotz dieser Gewissheit schreiben Sie diese Zeilen.
    Auch ich habe meine Konten bei AMAZON und PayPal mit dem Hinweis auf Wikileas gekündigt. Ich hoffe das endlich mehr Menschen ihre Augen öffnen und genauer hinschauen, die Wahrheit fängt schon im Supermarkt um die Ecke an und hört nicht zuletzt in unserem Job auf, eine „Pflichtlektüre“ für uns in der Finanzbranche ist zB. der Film ‚Let’s make MONEY‘ von Erwin Wagenhofer.

  8. Liebe Sandra, Oliver und Lars!

    R E S P E K T.

    Sich aus allem rauszuhalten ist ein Weg als Firma politische Ereignisse zu sehen.

    Klar Stellung zu nehmen, auf die Gefahr hin, den Einen oder Anderen Kunden oder Geschäftspartner zu verlieren, zeugt von Größe!

    Mir ist es ebanfalls völlig egal, wie die Bahn und das Land Baden-Württemberg ihre Kohle verpulvern, so lange diese nicht dazu eingesetzt wird politischen Willen mit Schlagstöcken, Pfefferspray und wasserwerfern durchzusetzen.

    Und ob man nun 250.000 Dokumente wild auf eine Internetseite schmeisst oder selektiv eine journalistische „best of“-Seite macht ist sicher ein streitbarer Punkt.

    Aber Journalisten zu Terroristen zu machen, weil sie das tun, was man von ihnen erwartet – zu informieren – zeugt nicht davon, daß es sich in den betroffenen Ländern um wehrhafte Demokratien handelt.

    Russland machts vor und lässt Journalisten ermorden, die USA machen es nach und setzen alle Hebel in Bewegung Assange, der in den USA möglichen Höchststrafe auszusetzen.
    Diese ist ja bekanntermaßen nicht nur 15 Jahre lebenslänglich oder 10 Jahre Arbeitslager.

    Oder wie sagte gestern Marietta Slomka im Heute-Journal:
    Geklaute Daten aus der Schweiz kauft der Staat, um damit für Recht und Ordnung zu sorgen, aber wehe …

  9. Boykotte von Firmen die Wikileaks vor die Türe setzen?

    Eine schwierige Frage. Ich persönlich habe mich dagegen entschieden. Warum?

    Nehmen wir das Beispiel Amazon. Jeff Bezos – Vorstandsvorsitzender von Amazon – entschied sich wikileaks zu unterstützen, nachdem das Video „Collateral Murder“, dass den Mord an Zivilisten durch eine amerikanische Hubschrauberbesatzung im Irak zeigt, veröffentlicht wurde. Das war sehr mutig. Amazon behielt wikileaks auf den Servern auch nach der Veröffentlichung der Irak- & der Afganistan-Dossiers.

    Erst nach der Veröffentlichung der Depeschen nahm Amazon wikileaks von seinen Servern. Dies jedoch nicht ganz freiwillig. Tatsächlich hat die US-Administration dem Unternehmen massiv gedroht. Dies ging auch anderen Unternehmen so:
    http://twitter.com/blaudirekt/status/12778372849467392

    Ich bin sicher, hätte Jeff Bezos nur über sein eigenes Schicksal zu entscheiden, wäre er vielleicht mutiger gewesen. Er trägt jedoch die Verantwortung für 26.000 Beschäftigte und deren Familien. Wäre es nicht verantwortungslos, über deren Schicksal eigenmächtig mitzuentscheiden?
    Darf man vergessen, dass Amazon ein amerikanisches Unternehmen ist, dass anders als andere Unternehmen in der Welt der US-Adminsitration weitgehend ausgeliefert ist?

    Amazon und Jeff Bezos standen bei 3 Veröffentlichungswellen zu Amazon und hielt dem Druck stand. Nun wo das ganze Unternehmen auf dem Spiel steht und man seine Leute schützt wird man von der Internetgemeinde abgestraft?

    Vielleicht hat sich nicht jedes Unternehmen korrekt verhalten, aber einem Unternehmen, das so lange als möglich geholfen hat, dann einen Vorwurf zu machen, wenn es diese Hilfe einfach nicht mehr leisten kann, halte ich für ungerecht.

    Wir haben bei blau direkt auch darüber nachgedacht einen Mirror für wikileaks auf unseren Servern einzurichten. Gerne hätte ich das unterstützt.
    Tatsächlich lässt unser Verantwortungsgefühl eine solche Unterstützung aber nicht zu.
    Würden wir wikileaks auf unseren Servern hosten, müssten wir mit massiven Dos-Attacken rechnen. Möglicherweise brächen unsere Server unter diesen Attacken zusammen. Vielleicht gelänge es sehr professionellen institutionellen Hackern sogar an Daten zu gelangen. Es ist ja kein Geheimnis, dass es Dienste in der US-Adminstration gibt, die über unendliche technische Ressourcen verfügen, um selbst das sicherste System irgendwann in die Knie zu zwingen.

    Damit stünde dann aber nicht nur meine berufliche Zukunft in Frage, sondern auch die unserer 50 Mitarbeiter. Ich wäre ein schlechter Chef, wenn ich einfach so über deren Schicksal entschiede.
    Doch es käme noch schlimmer: Wieviele unserer Maklerpartner sind von der Sicherheit der Daten abhängig? Wieviele Kunden vertrauen Ihnen und uns persönlichste Daten an?
    Bei aller persönlicher Überzeugung: Es wäre unverantwortlich hier eigenmächtig ein Risiko einzugehen.

    Privat würde ich Julian Assange jederzeit in meinem Keller verstecken. Für mich als Person kann ich über solche Risiken entscheiden. Für Geschäftspartner und Mitarbeiter kann und darf ich das nicht.

    Ich weiß nicht, ob Mastercard, Visa, Paypal und andere wikileaks im vorauseilenden Gerhorsam oder aufgrund massiven Drucks verbannt haben. Aber wenn es Druck gewesen ist, können wir dann wirklich einen Vorwurf daraus machen?

  10. Meine größte Hochachtung für Ihren Anstoß. Auch ich habe in den letzten Wochen oft überlegt, was ich als einzelner gegen diese aus meiner Sicht unerträglichen Zustände tun kann. Als 68er sehe ich mit Entsetzen wo wir damals standen, wo wir zwischendurch einmal waren, wo wir heute wieder sind und wo wir drohen wieder hinzukommen.
    Sie drücken mit Ihrer Stellungnahme das aus was ich in 10 Jahren unserer Zusammenarbeit an Ihnen schätzen gelernt habe: Ehrlichkeit, Partnerschaft, Gradlinigkeit und (unternehmerischen) Mut.
    Bleiben Sie diesen Werten treu.

  11. Ich finde das toll, dass Ihr den Mut habt, diese Themen näher zu beleuchten.
    Was passiert denn zur Zeit in Deutschland, Europa und der Welt?
    Die Lobbyisten (Banken, Pharma, Großkonzerne und ihre Instrumente, unsere lieben Politiker, wohl nicht alle, aber sehr, sehr viele…) haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass es nur noch um Pofit, Gier, Verdummung der Massen geht. Eine wahre Berichterstattung gibt es doch schon lange nicht mehr. Einem „normalen“ Menschen ist es fasst unmöglich, zu erkennen, was da gespielt wird.
    Wo wird nach inneren Werten gefragt, wo steht wirklich noch der Mensch im Mittelpunkt? Gerade in unserer Branche ist es verdammt schwer, immer den Mandanten zu sehen und nicht die Kohle, die man letztendlich verdienen muss, um nicht nur das Finanzamt zu befriedigen…

  12. Liebe Kollegen,
    das ist ja schon fast langweilig, dass hier gar kein nennenswerter „Widerstand“ bezüglich der Stellungnahme und ihres Inhaltes kommt.
    Und auch ich kann damit nicht dienen.
    Vielleicht liegt es ja tatsächlich daran, dass Sie mit den Gedanken ziemlich exakt das getroffen haben, was viele Andere denken, manche mit der Faust in der Tasche.
    Und auch wenn es opportunistisch erscheint, möchte ich diese Gelegenheit nutzten, darauf hinzuweisen, dass genau unser Berufsstand – ich meine den des unternehmensungebundenen (freien??) Finanz- und Versicherungsvermittlers in den letzten Jahren so wie kaum ein anderer in Deutschland, in die Mangel zwischen wirtschaftlichen Fakten / Notwendigkeiten und der Politik, speziell der Lobbymacht von Bankkonzernen und so genannter Verbraucherschützer geraten ist.
    So wichtig und wünschenswert die öffentliche Meinungsäußerung, bezogen auf die „großen“ Themen und die „Aufreger“ der Gegenwart ist, so wichtig wäre es, dass DEUTLICH mehr Kollegen die eigenen berechtigten Interessen unserer Berufsgruppe, nämlich möglichst von solchen Zwängen (die tatsächlich ja sehr wenig mit dem Schutz von Anleger- Kundeninteressen zu tun haben) unbehelligt unseren Beruf ausüben zu dürfen, öffentlich und mit Nachdruck vertreten.
    Dies ist zunächst in jedem Kundengespräch möglich.
    Ein wirksamer Beitrag ist aber auch der Beitritt in einen der Berufsverbände, die unsere Interessen wirksam und hörbar in der politischen Kaste vorbringen.
    Jedes Wort, jeder Euro und jede Minute Zeit, die ein freier Vermittler dafür aufbringt ist höchst sinnvoll eingesetzt.

    Und der aktuelle Stand, den ich seit mindestens zehn Jahren aufmerksam verfolge (die ersten zehn Jahre meine Berufstätigkeit hat mich das übrigens auch nicht interessiert . . .) ist ziemlich beschämend.
    einen hellen Tag und herzliche Grüße aus Berlin
    Hubert Schneider

  13. Ich freue mich sehr darüber, dass es offensichtlich noch mehr denkende und verantwortungsvolle Mitmenschen/Kollegen gibt und diese ihre Auffassung und Werte öffentlich dokumentieren. Danke für Ihren Beitrag!
    Joachim Henning

  14. Liebe Kollegen,

    im Geschäftsleben werde ich mit vielen Meinungen konfontiert. Mitreden oder Schweigen? Seit einiger Zeit kann ich beobachten, dass mich viele „meiner ganz eigenen Themen“ durchaus mit anderen verbinden. Herausfinden tut man das nur, wenn man eben nicht (mehr) schweigt. Ich selbst halte mich mit Worten lieber zurück: Dafür habe ich ganz privat angefangen, Ölbilder zu brenzligen Themen zu malen. So kann sich jeder seinen Teil denken, darf aber seine eigene Meinung behalten. Über den ein oder anderen Kommentar eines/ einer Kollegen/in auf meiner privaten Webseite http://www.seebauers-world.com zu den sozialkritischen Themen würde ich mich freuen!

    Wir jedenfalls von Egalite finden es spannend, dass Blau eine Meinung hat und nicht aalglatt mit anderen herumschwimmt!
    Euer Christian Seebauer, http://www.egalite.de

  15. Seine Meinung zu sagen ist gut, um aufrecht durch die Welt gehen zhu können. Ihre Meinung ist nachvollziehbar. Ich schätze Sie und Ihr Unternehmen seit dem Jahre 2002. Machen Sie weiter so.

  16. Möchte als Norddeutscher nur kurz auf Stuttgart21 und die damit geäußerte Meinung, daß die Staatsmacht Schüler und Rentner verprügelt und wir alle aufpasen müssen. Wo steht eigentlich geschrieben, daß die Demonstrierenden wahllos auf Polizisten einschlagen dürfen – wo schreibt jemand, daß viele Polzisten im Dienst dienstuntauglich geschlagen werden oder psychologisch so fertig sind, daß sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Beruf auszuüben. Etwas mehr Differenzierung wäre manchmal nicht schlecht.

  17. Guten Morgen Herr Pradetto,

    ich bin schon seit 35 Jahren Greenpeace-Mitglied. Habe mich der Attac angeschlossen u. unterstütze mit meiner Stimme
    die Forderungen von Avaaz. Dies ist mein Weg des Protestes, für den ich mich entschieden habe.
    In Solidarität mit Ihnen grüßt Sie alle aus Saarbrücken
    Ellen Scherer

  18. Die Meinung von Herrn Pradetto und allen weiteren Kommentatoren ist sehr interessant und spiegelt auch meine Meinung und die meiner Bekannten wieder. Also vermutlich sehen sehr viele Bürger dieses Landes die genannten Punkte, wie Politik, Demokratie, Meinungsfreiheit, Wirtschaft……. sehr ähnlich. Und der große Vorteil einer Demokratie ist, dass wir diese Meinung auch öffentlich äußern dürfen. Allerdings stellt sich für mich seit langem schon die Frage, was man gegen diese Prozesse tun kann? Eine Meinung zu äußern und überhaupt zu haben ist ein Schritt, dadurch ändert sich jedoch leider nichts. Meist enden allerdings Diskussionen genau damit, dass wir „es“ zwar alle sehen aber dem folgt die Aussage: „wir können ja doch nichts dagegen unternehmen “
    Ich schließe mich da völlig mit ein. Wir reden darüber, wir äußern unsere Meinung aber dann hört es auf. Wie kann man aktiv werden ohne gleich in eine Partei eintreten zu wollen? Was müssten wir gemeinsam anfassen, damit sich tatsächlich etwas ändert?

    Sabine Pawlowa

  19. Ja, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen- viele Politiker und auch andere haben sich von den Bürgern entfernt. Sie kennen nicht mehr die Realität an der Basis!
    Den meisten geht es nur noch um den kurzfristigen Erfolg, um das JETZT, was nach Ihnen kommt interessiert Sie nicht mehr.

    Doch wie sind wir denn selbst?

    Welcher Mensch bemüht sich noch ernsthaft die in ihm wohnende schöpferische Kraft zur Entfaltung zu bringen?
    Wer bekämpft noch aktiv seine negativen Eigenschaften wie Ärger, Hass, Hochmut, Neid, Streitsucht, Schuldgefühle usw.?

    Wer öffnet noch seine Herzen für das Positive, Gute und Schöne?

    Doch sich zu ändern ist leichter gesagt als getan.
    Der Charakter des erwachsenen Menschen ist im Wesentlichen nicht mehr zu ändern. Er ist kaum noch wandelbar.
    Wer seine Persönlichkeit positiv verändern will, benötigt Geduld- und Kraft, Mühe und Beharrlichkeit!
    Wer von uns besitzt noch die nach aussen gerichtete Stärke um nach Möglichkeit humanitär und tolerant zu denken und zu handeln???
    Ich nehme mich da nicht aus.
    Wer denkt noch daran, dass auch ein Staat eine Gemeinschaft ist?
    Gegenseitige Hilfe ist im täglichen Leben m.E. so wichtig.
    Es ist doch bekannt: Wer anderen hilft, hilft sich selbst, weil er dadurch der Gemeinschaft hilft.

    Ich wünsche Ihnen allen eine besinnliche Adventzeit
    und den Mut Ihre guten Vorsätze im neuen Jahr umzusetzen.

    Gerd Obst

  20. Wehrte Wertevertreter,

    erst wenn das Volk aufsteht und seinen Willen kund tut wird es gehört. Und es fängt mit öffentlichen Statements Einzelner an. Wie hätten sich die Bürger der damaligen DDR von Ihrem Regime befreien können, wenn nicht Jahre davor Menschen in Polen angefangen hätten sich gegen die Ungerechtigkeiten zu wehren. Es ist von Zeit zu Zeit notwendig auf zu – und für seine Werte einzustehen. Ansonsten lassen wir uns verbiegen äußerlich wie und dies ist viel schlimmer auch innerlich. Unsere Gesellschaft strebt nach dem Glück und wo finden wir dies? Doch nur in uns und unserer Einstellung. Pure Egoisten können dies sicherlich auch mit der Ausbeutung anderer erreichen, aber die Mehrheit hat doch so etwas wie ein Gewissen und ethische Grundwerte ( so wie sie von allen Religionen dieser Welt vermittelt werden ). Es ist erst einmal kräfteraubend gegen Windmühlen zu kämpfen und wenn Du alleine bleibst reibt es dich auf. Wie aber schon an den diversen Meldungen zu sehen ist, sind wir nicht Alleine und schon alleine deswegen ist es gut auch einmal und gerade in unserer Branche, so eine Diskussion zu führen. Die Strukkiweltmeister dieser Welt werden dies nie verstehen, sie werden aber auch nie von sich aus glücklich sein, sondern immer nur durch neue Konsum- und Prestigeräusche ihr scheinbares Glück finden. Wie radikal die Reaktionen auf die unterschiedlichen Verfehlungen der Politiker sein sollen, kann, darf und muss jeder für sich entscheiden und gemeinsame Aktionen werden dann auch überwiegnd durch Kompromisse erfolgen, aber besser als keine Reaktionen sein.
    Wenn Amazon sich aus Gründen des Drucks gewisser amerikansicher Machtträger beugt ist die Frage ob nicht ein entsprechender Gegendruck auch ein Unterstützung sein kann? Denn ansonsten heißt dies ja, dass der, der gnadenloser ist automtisch Recht bekommt.
    Wie sehr auch wir in unseren unabhängigen Beurteilungen der Manipulation ausgesetzt sind, wird uns alleine bei der Verbreitung von allgemeinen Lehrgut bewußt. So wie den Schulmedizinern beigebracht wird, dass die Alternativmedizin unnütz und unfug ist, so werden wir mit scheinbar meßbaren Daten gefüttert, die in Ratings enden, deren Fragwürdigkeit kaum hinterfragt wird. Oder wieviel Ratingagenturen kennt Ihr, die Umweltschutz, Mitarbeiterklima und Werteverhalten von Unternehmen mindestens genauso hoch einschätzen, wie manipulierte Bilanzzahlen und nicht ins Verhältnis gesetzte %-Werte von einzelnen Bilanzpositionen.
    Ich halte wenig von Verschwörungstheorien und es macht auch nicht viel Sinn Haß zu kultivieren. Aber wachen Geistes und offenen Herzens durch die Welt zu schreiten und im eigenen Umfeld zu beginnen seine Wertevorstellungen zu verbreiten und selbst zu leben. Es gibt auch viele Ethiknetzwerke in der Republik, die jeder für sich als zusätzliche Kraftquelle nutzen kann ( nach dem Motto gemeinsam sind wir stärker ).
    In diesem Sinne eine liebevolle Weihnachtszeit und einen allseits faiern und streitbaren Geist.
    Ernst Haas aus München.

  21. Zum Thema Stuttgart21 möchte ich nur kurz einwerfen, dass hier ebenfalls von der Politik (Grüne, SPD) die Bevölkerung aufgehetzt wurde. Alle Parteien haben die Beschlüsse gemeinschaftlich gefasst. Dass die Kosten davonlaufen ist bei öffentlichen Bauvorhaben üblich. Hier halten viele die Hand auf. Die Masse wird absichtlich beschäftigt und von den tatsächlichen Problemen abgelenkt.

    Die Hilfen für Griechenland und Irland kosten den deutschen Steuerzahler das 20fache von Stuttgart21 und es ist noch lange nicht das Ende der Staatshilfen für die Euro-Länder in Sicht.

    Bei Stuttgast21 wird wenigstens noch etwas geschaffen (wenn auch teuer) aber die Steuergelder der Bürger sind für immer verloren.

    Eine Bundskanzlerin die Pressevertretern einen (freiwilligen) Maulkorb verpasste, kann in diesem Zusammenhang ebenfalls genannt werden.

    Jedenfalls danke ich Herrn Pradetto und seiner Kollegen für den Mut zumindest die eigene Meinung zu sagen.

    Markus Kuhny aus Weil am Rhein

  22. Klatsch, klatsch, klatsch….
    auch für die Inhalte, ganz besonders aber dafür überhaupt das Thema Politik angesprochen zu haben.
    Ich hatte schon das Gefühl in unserer Branche besteht Politik ausschließlich aus wirtschaftlichen Interessen. Mir persönlich geht es mehr um Grundsätzliches.
    Wenn bürgerliche Grundrechte eingeschränkt werden empfinde ich das schlimmer als wenn ich ein paar Euro weniger verdiene.
    Dieser Blogbeitrag macht Sie auf jeden Fall um sovieles sympatischer und wird sicher dazu führen in Zukunft mehr über blau einzureichen. Denn auch das ist mir wichtiger als ein paar Euro: Sympathie. 🙂

  23. Danke Herr Pradetto, endlich, nun fühlen wir uns nicht mehr so allein! siehe auch Pressefreiheit in der BRD http://info.kopp-verlag.de/video.html?videoid=73 . Was mit Lebens- u. Rentenversicherungen so alles passieren kann erfährt man hier:
    http://info.kopp-verlag.de/video.html?videoid=232 . Oder liest sich schon mal das Buch an http://www.kopp-verlag.de/Der-Crash-der-Lebensversicherungen.htm?websale7=kopp-verlag&pi=914500&ci=000040 . Was gerade geschieht (Rettungsschirme Irland, Portugal, usw.) war noch vor einiger Zeit undenkbar. Das System kippt, wie prophezeit. Die Staaten und damit Ihre Bürger werden von Banken und ihren politischen Helfershelfern „ausgeblutet“. Eine breite Verelendung und offene Diktatur ist im Anmarsch. Aber die meisten Menschen „schlafen“ tief und fest. Das macht uns Sorge.

  24. Gratuliere, ein sehr schöner Artikel.
    Man braucht hier in diesem unserem Lande eigentlich nicht über die Vereinigten Staaten oder sonstwen zu wettern,es findet doch auch hier ein zunehmnender Sittenverfall statt.
    Der angesprochene Ankauf aus Straftaten herrührender Daten ist lt. StGB als Hehlerei klassifiziert, stört das den Staat, der diese Daten kauft?
    Die „Vergewaltigung“ stellt sich bei näherer Betrachtung, diese ist wohl nur im Internet möglich, als mit Kondom begonnener und ohne beendeter Verkehr heraus. Dabei habe ich meine Zweifel, ob Herr Assange lebend aus dieser Geschichte herauskommt, einmal in der Maschinerie festgesetzt.

    Es wird lautstark über Datenschutz bei facebook gewettert, dass wir alle gerade im November von zwei grossen Internetportalen mit ihrer Werbung für KFZ-Versicherungen mehr als schmerzhaft penetriert wurden (die „Spendierhöschen“ zeigen das Niveau) stört niemanden.
    Im Zeitalter von „Geiz ist geil“ achtet niemand darauf, dass hier ein gigantischer Adresshandel betrieben wird. Ich möchte behaupten, dass weniger als 5 Prozent derer, die ihre Daten in die Rechner dieser Portale eingeben, wissen, dass die Adresse damit zum Handel genutzt wird (denn Leadvergütung bedeutet nichts anderes. Dabei werden die Rechner bei genauerer Betrachtung sogar manipuliert, je nach Provision oder beabsichtigter Absatzstrategie. Damit bleiben 95 Prozent die sich wundern, dass sie danach von Maklern kontaktiert werden.

    Das Traurige an dieser Geschichte ist, dass es nicht einmal Verbraucherschützer zu stören scheint, bis auf die TAZ sind fast ausnahmslos alle Printmedien, wie auch TV-Medien auf ihren Webseiten mit diesen Partnerprogrammen verbunden und vedienen kräftig an diesen Leads.

    Darum ein besonderes Lob an die engagierte Arbeit von „Blau direkt“.

    Wenn man wirklich alles isst, was einem tagtäglich vorgesetzt wird, muss man sich über Verdauungsstörungen nicht wundern.

    Es ist schön, dass es noch Menschen gibt, die zu ihrer Meinung auch öffentlich stehen.

  25. Ein etwas älteres aber hoch aktuelles Zitat eines US-Präsidenten:
    Falls das amerikanische Volk jemals die Kontrolle über die
    Herausgabe ihrer Währung auf Banken übertragen sollte, werden
    diese und die Firmen, die sich um sie bilden, unter dem Einsatz von Inflation und Deflation, dem Volk solange ihr Eigentum wegnehmen, bis die Kinder obdachlos auf dem Kontinent, den ihre Väter einst in Besitz nahmen, aufwachen. Die Herausgabe von Geld soll von den Banken weggenommen werden, und zurück auf den Kongress und das Volk übertragen werden. Ich glaube aufrichtig, dass Banken, mit dem Recht Geld herauszugeben, gefährlicher für die individuellen Freiheitsrechte sind, als eine stehende Armee.
    Thomas Jefferson, 3. Präsident der USA (1801-1809)
    2010: Zum ersten Mal in der US-Geschichte besitzen Banken aktuell einen größeren Anteil am Nettowert aller Wohnimmobilien als amerikanische Privatleute.
    Lesen Sie dazu:
    http://www.kopp-verlag.de/Die-Kreatur-von-Jekyll-Island.htm?websale7=kopp-verlag&pi=909410&ci=000047

  26. Sehr geehrte Kollegen,

    vielen Beiträge erhalten meine Zustimmung. Danke für Ihre ehrliche Meinung Herr Pradetto.

    Wir müssen die persönliche Denke hinter der unternehmerischen Überlegung stellen, da wir die Verantwortung für uns, unsere Familien und auch unsere Mitarbeiter tragen. Die aufgeführten Beispiele zeigen uns aber, wir sollten nicht erst reagieren, wenn es zu spät ist, sondern vorher die richtigen Wege beschreiten. Das geht aber nur, wenn wir die richtigen Informationen rechtzeitig erhalten und nicht manipuliert werden. Die Bildung entscheidet, welche Informationen/Meinungen wir für richtig empfinden, wenn wir diese denn erhalten. Die Meinungs- und Pressefreiheit darf nicht eingeschränkt werden und wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass wir „entmündigte Demokraten“ werden. Die Politik hat in erster Linie die Interessen der Bürger zu vertreten und darf durch gewisse Wirtschaftsmächte nicht beeinflusst werden. Verantwortung und Haftung zeichnen uns Makler aus. Wir denken an unsere Kunden, unsere Mitarbeiter, an die Zukunft im Gegensatz zu manchem Politiker. Schade, dass wir Makler zuwenig Zeit haben in die Politik zu gehen.

  27. Einer der ersten Leitsätze die ich als Verkäufer gelernt habe war:

    „Eine gewonnene Diskussion ist ein verlorener Kunde“

    Natürlich habe ich eine politische Meinung und finde mich in vielen Kommentaren wieder. Ich frage mich nur, in wie weit soll ich jetzt meine Meinung nach draußen tragen und warum? Ich engagiere mich außerhalb meines Betriebes (der für mich kein politisches Medium ist) und werde auch in der Öffentlichkeit wahr genommen, wo ist jetzt hier die Schnittstelle mit meinem Unternehmen?

    Informationen sind einseitig und manipuliert. Wenn ich mich objektiv informieren will muß ich mehrere Sender sehen/hören Zeitschriften kaufen und mir auch Infos aus dem Ausland zu dem Vorfall besorgen. Und dann muß ich noch zwischen den Zeilen lesen. Aber nach meiner Erfahrung sind hier auch Blogs, Foren und Interneterfahrungsaustausch nicht hilfreich. Hier werden genauso Meinungen „gemacht“ und manipuliert. Es fließen Gerüchte und Informationen ein, die man von einem hat, der jemanden kennt, der gelesen hat, daß es mal einen gab, dessen Freund Anwalt war …

    Wir alle habe schon wervolle Warnungen vor Aidsinfizierten Nadeln in Kinositzen und Hinweise auf Bill Gates, der sein Geld verschenken wird von einem Freund erhalten, der dies aus absolut sicherer Quelle hat.

    Eine Aussage zu Stuttgart 21 brennt mir noch auf den Nägeln. Unabhängig ob dafür oder dagegen. Die aktuelle (und seit Jahren unverändert gültigen)Gesetze sagen folgendes aus. Wenn die Polizei auffordert eine Demonstation aufzulösen oder einen Platz zu räumen und diese Aufforderung 2 mal wiederholt hat, ist dem Folge zu leisten. Jeder der stehen bleibt hat mit allen Konsequenzen (auch mit Reizgas und/oder Schlagstock) zu rechnen.
    Das ist Fakt. In unserem immer liberaler werdenden Rechtssystem heißt es nun: ja und die Alten, und die Kinder, und mußte man da wirklich … Auch diese Personen leben nicht im rechtsfreien Raum und die Eltern der Kinder sollten dies so wissen und tragen die Verantwortung. Auch damals bei Startbahn West wurden Senioren regelrecht dafür eingesetzt, vor den Demonstanten herzugehen und die Polizei abzudrängen. Ich behaupte nicht, dass es in Stuttgart auch bewußter Einsatz von Kindern und Alten gab, nur hat der Beante den Befehl zur RECHTMÄSSIGEN Räumung erhalten und die uniforme Masse vor ihm bleibt stehen. Ich glaube nicht, dass Polizisten so krank sind, dass es ihnen Spass macht einem kleinen Kind eine mit dem Knüppel zu geben. Der Platz war zu räumen, dem wurde keine Folge geleistet. Die Situation war eskaliert und ob hier Reizgas und Schlagstock verhältnismäßig war bezweifle ich. Nur war der Einsatz nach dem Gesetz rechtens.

  28. Sehr geehrter Herr Horwarth,

    sollte der Eindruck entstanden sein, ich verurteilte Polizisten, so ist dies falsch. Ich glaube daran, dass unsere Polizei sehr gut von demokratischen Werten durchdrungen ist.

    Gleichwohl halte ich es für legitim sogenannte Rechtmäßigkeiten zu hinterfragen. Anderenfalls wären die Leipziger Montagsdemos 1989 wohl eher kurz ausgefallen.

    Trotzdem steht die Räumung für mich nicht in Frage. Es ist niemandem ein Vorwurf dafür zu machen, das geräumt wurde.

    Zu demokratischen Werten gehört jedoch eine Angemessenheit der Mittel. Kommt es zu unangemessener Gewalt – geplant oder in Folge einer unbeabsichtigten Eskalation – dann obliegt es der Verantwortung der Führung sich hierfür zu entschuldigen.
    Sie tat es nicht und ich frage mich:
    Offenbart dies die innere Haltung unserer Führung?

    Herzliche Grüße
    Oliver Pradetto

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